Der neueste “Tatort” aus München mit dem Titel “Charlie” setzt auf eine beeindruckende Kulisse und eine große Anzahl an Komparsen. Doch trotz der aufwendigen Inszenierung bleibt die Handlung blass.
Schwächere Undercover-Ermittlung
Hauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) geht undercover in eine Gruppe von COBs (Civilians on Battlefield), die realistische Szenarien für das Militär nachspielen. Doch seine Tarnung ist wenig überzeugend: Er stellt auffällig viele Fragen und kennt seine eigene Legende kaum. Das macht es für den Zuschauer schwierig, in die Geschichte einzutauchen. Auch die anderen COBs agieren derart auffällig, dass es schwer ist, den Film ernst zu nehmen.
Oberflächliche Charaktere und Dialoge
Die Geschichte könnte mit interessanten Charakterstudien punkten, doch die Dialoge bleiben zu oberflächlich. Statt tiefergehender Entwicklungen werden Informationen wie “Luca hatte Streit mit Zoran” einfach in den Raum geworfen, um die Handlung voranzutreiben.
Am Ende stellt sich Maximilian Frei (Lukas Turtur) als Täter heraus. Seine psychologische Tiefe wird jedoch nur in kurzen Stichpunkten abgehandelt: ein einsamer Alkoholiker, von seinen Eltern verstoßen, schreibt Karten an eine imaginäre Frau. Hier hätte man mit mehr Feingefühl eine spannende Figur schaffen können.
Spannung bleibt aus
Auch die Musik von Oliver Thiede kann nicht helfen, die gewollte Spannung zu erzeugen. Sie wirkt unschlüssig und setzt auf sanfte Moll-Flächen. Bekannte Hits werden sporadisch eingespielt, doch diese wirken eher wie ein notdürftiger Versuch, Stimmung zu erzeugen.
Ein glanzloser “Tatort”
Die größte Stärke dieses Films liegt in seiner imposanten Kulisse und den vielen Statisten. Doch die inhaltliche Umsetzung bleibt schwach. Es gibt wenig Tiefgang, überflüssige Dialoge und eine Story, die kaum überrascht.
Für die Münchner Kommissare Batic und Leitmayr ist es einer der letzten Fälle vor ihrem Abschied. Doch dieser “Tatort” wird nicht als Glanzleistung in Erinnerung bleiben.
