Netflix’ “Adolescence” Review: Ein Technisches Meisterwerk

Ein Serienhighlight ohnegleichen

Netflix hat mit “Adolescence” eine neue Serie herausgebracht, die sofort auf Platz 1 der Charts eingestiegen ist. Was erstaunt, da die Serie kaum beworben wurde und keine großen Stars beinhaltet. Doch mit einer perfekten 100%-Kritikerbewertung war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie Aufmerksamkeit erregt. Und das vollkommen verdient.

Eine Serie, die filmtechnisch neue Maßstäbe setzt

Die vierteilige Crime-Serie dreht sich um einen Teenager, der des Mordes an einem Mitschüler beschuldigt wird – ein Thema, das nicht neu ist. Doch das Besondere an “Adolescence” ist seine Inszenierung: Jede der vier 50-60-minütigen Folgen wurde in einem einzigen Take gedreht. Kein Schnitt, keine Unterbrechung – nur eine durchgehende Kameraaufnahme.

Unglaubliche Kameraarbeit und herausragende Schauspielkunst

Jede Episode beleuchtet einen anderen Punkt der Geschichte: von der Verhaftung des Jugendlichen bis zu den Auswirkungen auf seine Familie. Die erste Folge beginnt beispielsweise mit dem Zugriff durch ein SWAT-Team, setzt sich mit der Fahrt zur Polizeistation fort und zeigt den gesamten Verhörprozess – alles in Echtzeit, ohne einen einzigen Schnitt.

Regisseur Philip Barantini bringt hier seine Erfahrungen aus seinem One-Take-Film “Boiling Point” ein. Erneut ist Stephen Graham mit an Bord, diesmal nicht nur als Schauspieler (der Vater des Jungen), sondern auch als Co-Schöpfer der Serie. Die Logistik hinter diesen Aufnahmen ist schier unvorstellbar: Akteure und Kamera bewegen sich perfekt synchron durch unterschiedliche Locations und liefern dabei intensive schauspielerische Leistungen ab. Besonders beeindruckend ist eine Episode, die fast ausschließlich aus einem einstündigen Verhördialog besteht – ohne Pausen, ohne Schnitt, mit purem Schauspielgenie.

Emotionale Wucht und harte Thematik

“Adolescence” ist keine leichte Kost. Nicht die filmische Umsetzung macht es schwer zu schauen, sondern die Geschichte selbst. Für Eltern ist dies ein Albtraum-Szenario, und die emotionale Achterbahnfahrt der Familie des Beschuldigten wird mit unerbittlicher Intensität dargestellt. Das macht die Serie unglaublich mitreißend, aber auch schwer verdaulich. Doch genau das macht sie so sehenswert.

Ein Muss für Film- und Serienliebhaber

Diese Serie ist nicht nur für Fans von Crime-Dramen ein Muss, sondern für jeden, der filmische Meisterwerke schätzt. Die technische Umsetzung, die schauspielerische Höchstleistung und die packende Story machen “Adolescence” zu einem der beeindruckendsten Serienerlebnisse der letzten Jahre. Philip Barantini und Stephen Graham haben hier wirklich etwas Außergewöhnliches geschaffen – und wir sind gespannt, was sie als Nächstes liefern.

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