Kontroverser Nahost-Dokumentarfilm gewinnt Academy Award

„No Other Land“ – Eine Zusammenarbeit zwischen israelischen und palästinensischen Filmemachern

LOS ANGELES – Der Dokumentarfilm „No Other Land“, der die Geschichte palästinensischer Aktivisten erzählt, die ihre Gemeinden vor der Zerstörung durch das israelische Militär zu schützen versuchen, wurde am Sonntag mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Eine Geschichte des Widerstands

Der Film ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen israelischen und palästinensischen Filmemachern und begleitet den Aktivisten Basel Adra, der unter dem Risiko einer Verhaftung die Zerstörung seiner Heimat dokumentiert. Israelische Soldaten reißen sein Dorf ab, um es für militärische Übungen im südlichen Westjordanland zu nutzen. Adras Hilferufe bleiben unbeachtet, bis er einen jüdisch-israelischen Journalisten kennenlernt, der ihm hilft, seine Geschichte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ein Wunsch für die Zukunft

In seiner Dankesrede erklärte Adra: „Vor etwa zwei Monaten bin ich Vater geworden. Meine Hoffnung für meine Tochter ist, dass sie nicht das gleiche Leben führen muss wie ich – in ständiger Angst vor Siedlern, Gewalt, Häuserabrissen und Vertreibungen.“

Ein erfolgreicher Festival-Film ohne US-Vertrieb

„No Other Land“ galt nach seiner erfolgreichen Festival-Tour als einer der Favoriten für den Oscar. Trotz seines Erfolgs wurde der Film in den USA nicht vertrieben, während er in 24 anderen Ländern einen Verleih fand. In der Oscar-Kategorie setzte er sich gegen „Porcelain War“, „Sugarcane“, „Black Box Diaries“ und „Soundtrack to a Coup d’État“ durch.

Dreharbeiten vor einem historischen Wendepunkt

Der Film wurde über vier Jahre hinweg, von 2019 bis 2023, gedreht und nur wenige Tage vor dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 abgeschlossen, der den Krieg in Gaza auslöste.

Konflikte und Privilegien

Im Film begleitet der israelische Journalist Yuval Abraham eine Gemeinschaft, die gegen ihre Vertreibung kämpft. Dabei trifft er auf Kritik von palästinensischer Seite, da er als israelischer Staatsbürger Privilegien genießt, die den Palästinensern verwehrt bleiben. Während Adra nicht aus dem Westjordanland ausreisen darf und wie ein Krimineller behandelt wird, kann Abraham sich frei bewegen.

Erschütternde Bilder der Zerstörung

Der Film nutzt zu großen Teilen Videomaterial aus Adras persönlichem Archiv. Zu sehen sind israelische Soldaten, die die Dorfschule abreißen und Wasserbrunnen mit Zement füllen, um einen Wiederaufbau zu verhindern.

In der Region Masafer Yatta organisieren sich die Bewohner, nachdem Adra dokumentiert, wie ein israelischer Soldat einen palästinensischen Mann erschießt, der gegen den Abriss seines Hauses protestiert. Der Mann bleibt gelähmt, während seine Mutter unter schwierigen Bedingungen in einer Höhle lebt und sich um ihn kümmert.

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