Traurige Nachricht: Matias de Oliveira Pinto verstorben
Der brasilianische Cellist Matias de Oliveira Pinto ist am Abend des 4. Februar 2025 bei einem Autounfall in Berlin tödlich verunglückt. Er wurde 64 Jahre alt.
De Oliveira Pinto war Professor für Violoncello an der Universität der Künste Berlin sowie an der Musikhochschule Münster. Die Vizedekanin für Studium und Lehre, Barbara Plenge, informierte die Studierenden über seinen plötzlichen Tod.
“Ich habe sehr traurige Nachrichten zu überbringen: Matias de Oliveira Pinto ist in der Nacht bei einem Autounfall ums Leben gekommen”, schrieb sie in einer Mitteilung.
“Die Polizei hat uns heute Morgen informiert. Wir sind schockiert, fassungslos und unendlich traurig.”
Für Studierende, die von diesem Verlust besonders betroffen sind, hat die Universität psychologische Unterstützungsangebote bereitgestellt.
Ein Leben für die Musik
Matias de Oliveira Pinto wurde am 14. Juli 1960 in São Paulo, Brasilien, geboren. Er war der Sohn des Bühnenbildners Cyro del Nero und der Bruder von Tiago de Oliveira Pinto, einem bekannten Ethnomusikologen.
Bereits in seiner Kindheit erhielt er Klavier- und Cellounterricht. Er war Schüler von Zygmunt Kubala und wurde mit nur 18 Jahren Lehrer an der Paraná-Schule für Musik und Schöne Künste.
Internationale Karriere und bedeutende Lehrer
1980 erhielt er ein Stipendium der Herbert-von-Karajan-Stiftung, das ihm ein Studium an der Universität der Künste Berlin sowie an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest ermöglichte. Dort lernte er unter der Leitung von Csaba Onczay. Weitere prägende Lehrer waren William Pleeth, Aldo Parisot und Paul Tortelier.
De Oliveira Pinto führte eine beeindruckende internationale Karriere. Er trat in den USA, Südamerika, Europa, Israel, Japan, Korea, Neuseeland und Australien auf. Neben Konzerten gab er auch Meisterkurse in zahlreichen Ländern und war Jurymitglied beim Popper International Cello Competition.
Engagement in Brasilien und letzte Auftritte
In Brasilien war er künstlerischer Leiter des Ouro Branco Festivals und trat regelmäßig bei Kammermusikfestivals, Soloauftritten und Workshops auf. Sein letzter Auftritt in Brasilien fand am 2. Februar 2025 statt, als er mit dem Studentenorchester der 42. Curitiba Music Workshop unterrichtete und auftrat.
Musikalisches Erbe: Aufnahmen und Veröffentlichungen
De Oliveira Pinto hinterlässt ein beeindruckendes musikalisches Erbe. Er nahm Alben für europäische Labels wie Cello Colors, Kreuzberg Records, Bella Musica und Hungaroton Classics auf. 2020 spielte er das Werk Choro für Violoncello und Orchester von Camargo Guarnieri mit dem Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo für Naxos ein.
Weltweite Anteilnahme und Nachrufe
Nach Bekanntwerden seines Todes zeigten sich Kolleginnen, Kollegen und Studierende weltweit tief betroffen. Auf Social Media wurden zahlreiche Nachrufe veröffentlicht.
Sein ehemaliger Lehrer, der ungarische Cellist Csaba Onczay, schrieb:
“Mein Herz ist gebrochen… Der tragische Unfall hat eine äußerst wertvolle Karriere viel zu früh beendet.”
Er fügte hinzu:
“Sein Tod hat die internationale Klassikszene und alle, die seine Kunst und freundliche Persönlichkeit kannten, zutiefst erschüttert.”
Matias de Oliveira Pinto wird der Musikwelt als herausragender Cellist, inspirierender Lehrer und warmherziger Mensch in Erinnerung bleiben.
