„Alien: Earth“ Review: FXs Sci-Fi-Prequel – Eine faszinierend ambitionierte, schließlich spannende Reise ins Halbbekannte


Timothy Olyphant und Sydney Chandler spielen in der von Noah Hawley kreierten Serie, die mit der Notlandung eines Raumschiffs auf unserer Erde beginnt und eine Reihe tödlicher außerirdischer Kreaturen vorstellt.


Einleitung: Ein vertrautes, aber neues Alien-Erlebnis

Schon in den allerersten Momenten fühlt sich FXs Alien: Earth fast wie eine Neuauflage von Alien an. Wieder befinden wir uns an Bord eines Weyland-Yutani-Raumschiffs – diesmal die USCSS Maginot – und sehen eine verlotterte Crew, die aus kryogener Starre erwacht. Sie sammeln sich in der Kantine, tauschen Witze und Beschwerden aus. Und natürlich untersucht ein Crewmitglied viel zu genau die gruseligen Kreaturen, denen sie begegnet sind.


Handlung und Setting: Zukunft auf der Erde und im All

Die eigentliche Geschichte spielt jedoch auf der Erde, genauer gesagt in Südostasien, im Jahr 2120 – zwei Jahre vor den Ereignissen des Originals von Ridley Scott. Die Welt wird von fünf Konzernen kontrolliert, darunter Prodigy. Auf der abgelegenen Insel Neverland wird die todkranke 12-jährige Marcy in eine synthetische, erwachsene Form hochgeladen – mit verbesserter physischer Leistungsfähigkeit und theoretisch unbegrenzter Lebensdauer.

Als das Raumschiff Maginot in der Nähe in New Siam abstürzt, sieht Wendy (Sydney Chandler), wie sie sich nun nennt, die Chance, ihre neuen Fähigkeiten einzusetzen. Zusammen mit fünf weiteren Prototypen startet sie eine Rettungsmission unter der Aufsicht von Kirsh (Timothy Olyphant), einem traditionellen synthetischen Wesen ähnlich Alien’s Ash.


Hauptfiguren und Darsteller: Hybride und Menschen

Neben Wendy und Kirsh spielt auch Boy Kavalier (Samuel Blenkin), Gründer von Prodigy, eine wichtige Rolle. Er ist ein arroganter Technologiemogul, der sich nicht entgehen lassen will, die außerirdischen Kreaturen für sich zu beanspruchen.

Die Besetzung ist groß und bunt: Chandler und die sogenannten „Lost Boys“ bringen eine Mischung aus kindlicher Verletzlichkeit und erwachsener Hülle. Weitere starke Auftritte liefern Alex Lawther als Wendys Bruder Hermit und Babou Ceesay als Sicherheitschef Morrow.


Themen und Motive: Menschlichkeit, Hybride und Macht

Alien: Earth behandelt Fragen rund um die Definition von Menschsein, das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine und die ethischen Grenzen von Wissenschaft und Fortschritt. Die Debatten darüber, ob Hybride noch Menschen sind, werden offen und wiederholt geführt.

Die Figur Boy Kavalier erinnert an reale Tech-Giganten wie Zuckerberg, Musk oder Jobs – arrogant, rücksichtslos und manipulativ. Die zahlreichen Peter Pan-Anspielungen, die sich durch die Namen der Figuren und Zitate aus den Büchern ziehen, unterstreichen Themen wie ewige Jugend und verlorene Unschuld.


Inszenierung und Atmosphäre: Kälte, Spannung und Horror

Die Produktion von Andy Nicholson überzeugt mit einem realistischen, aber bewusst kühlen Design, das den Zuschauer in die kalte Zukunft versetzt. Die musikalische Begleitung mit Songs von Black Sabbath, Tool und Pearl Jam gibt jeder Episode eine düstere Note.

Neben klassischen Xenomorphs treten neue, abscheuliche Kreaturen auf, darunter ein augenballkopfiger, octopusartiger Albtraum mit einer besonders grausamen Todesart.


Fazit: Ein wilder, faszinierender Ritt

Alien: Earth braucht einige Folgen, um alle Handlungsstränge und Figuren auszubreiten, doch die Serie bleibt durchgehend spannend. Die Mischung aus philosophischem Anspruch, Horror und Action macht sie zu einem lohnenswerten Beitrag zur Alien-Reihe.


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