Schmickler begeistert Herborn mit scharfem Polit-Kabarett

Fulminante Premiere: Wilfried Schmickler rockt die “KuSch”

Wilfried Schmickler feierte sein Debüt in der Herborner “KulturScheune” (KuSch) und sorgte mit seinem bissigen politischen Kabarett für ein restlos begeistertes Publikum. Der bekannte Satiriker nahm kein Blatt vor den Mund und lieferte einen scharfzüngigen Abend voller Pointen, Nachdenklichkeit und kluger Gesellschaftskritik.

Ein Abend voller Politik und Humor

Mit 70 Jahren ist Schmickler noch immer in Topform und zeigte in Herborn, warum er seit Jahrzehnten zu den besten deutschen Kabarettisten zählt. Seine Show war eine Mischung aus klugen Analysen, bissigem Witz und musikalischen Einlagen. „Meine Sorgen und Nöte, meine Zweifel und Ängste. Es tut so gut, mal mit jemandem darüber zu reden“, begann er den Abend – doch natürlich war er es selbst, der das Publikum durch die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen führte.

Politik im Visier: Von der Ampel bis zur AfD

Im ersten Teil der Show drehte sich alles um die große Politik. Schmickler nahm sich die Bundesregierung vor: “Muss der Verkehrsminister immer die größte Knalltüte im Kabinett sein?” oder “Hat Anton „Kasernenhofreiter“ seinen Panzerführerschein bestanden?”, stichelte er in Richtung Grüne.

Besonders die AfD bekam ihr Fett weg. Schmickler zitierte Experten, die zwei Hauptgründe für den Aufstieg der Partei sehen: “Angst und Wut”. Doch wovor habe Deutschland eigentlich Angst? “Flächenbombardierungen? Hungersnöte?” fragte er ironisch und lieferte die Antwort gleich selbst: “Kein Grund zur Panik, nirgends.”

Alltagssatire: Zwischen Funktionskleidung und Thermomix

Im zweiten Teil des Programms widmete sich Schmickler dem alltäglichen Wahnsinn. Ob Gesundheitswahn, Konsum oder die Absurditäten des modernen Lebens – kein Thema blieb unangetastet. “In atmungsaktiver Funktionswäsche kann man nicht elegant aussehen”, stellte er fest und spottete über den Thermomix: “Eine der wichtigsten Erfindungen seit dem Feuer!”

Ein Blick in die Zukunft: Das “Trio infernale” der Menschheit

Zum Abschluss wurde Schmickler ernst. Gier, Neid und Hass seien die wahren Gefahren unserer Zeit, so sein Fazit. In einem von BAP-Gitarrist Klaus “Major” Heuser eingespielten Song fragte er: “Ist die Gewalt bereit für eine neue Ewigkeit?” – eine nachdenkliche Botschaft, die das Publikum spürbar bewegte.

Schmicklers Herborn-Premiere war ein voller Erfolg und bewies einmal mehr, dass politisches Kabarett auch in schwierigen Zeiten seine Berechtigung hat.

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