Ein Blick zurück: Der tragische Fall von Daniel Küblböck
Sieben Jahre nach dem Verschwinden des einstigen DSDS-Stars Daniel Küblböck (†33) sorgen neue Details für erneute Aufmerksamkeit. In einer ARD-Dokumentation zum 40. Geburtstag des Sängers und Entertainers („Küblböck-Story – eure Lana Kaiser“, ab 26. August 2025 in der Mediathek) wird nun auch eine letzte Sprachnachricht veröffentlicht, die er kurz vor seinem Verschwinden an seinen Ex-Freund schickte.
Von Daniel zu Lana: Ein mutiger Schritt zur Selbstfindung
Kurz vor seinem Verschwinden offenbarte sich Küblböck öffentlich als transident und wählte den Namen Lana Kaiser. Er begann, sich zunehmend weiblich zu präsentieren – äußerlich wie innerlich. Es war eine Zeit des Umbruchs und der Identitätssuche, die offenbar auch psychisch sehr belastend war.
Die letzte Sprachnachricht: Ein bewegendes Dokument
Die nun veröffentlichte Sprachnachricht richtet sich an seinen ehemaligen Partner Manuel („Manni“) Pilz. Mit zögerlicher, brüchiger Stimme sagt er:
„Hallo Manni, ich bin’s, der Daniel, äh, also die Lana eigentlich … ich wollte dir nur sagen, dass ich gern von diesem Schiff hier runter möchte. Ich würde gern nach New York fliegen. Auf dem Schiff klappt irgendwie nichts, wie ich es mir, äh, ruf mich doch bitte zurück … alles klar, mach’s gut, ciao.“
Die Nachricht klingt wie ein leiser Hilferuf. Küblböck fühlte sich offenbar auf dem Kreuzfahrtschiff AIDAluna unwohl und wünschte sich, die Reise abzubrechen und stattdessen nach New York zu fliegen. Er wirkte verwirrt, verletzlich – möglicherweise auch verzweifelt.
Überwachungskamera dokumentiert das Verschwinden
Wenige Stunden nach der Sprachnachricht, am 9. September 2018 um 5:03 Uhr, zeichnet eine Überwachungskamera auf, wie eine Person – mutmaßlich Küblböck – gezielt über die Reling der AIDAluna steigt und in den Nordatlantik springt. Der Vorfall ereignete sich nahe Neufundland (Kanada).
Trotz großangelegter Suchaktionen konnte Küblböck nicht gefunden werden. 2021 wurde er schließlich offiziell für tot erklärt.
Ein Leben im Rampenlicht – und im inneren Konflikt
Daniel Küblböck wurde 2002 als schriller, unkonventioneller Kandidat in der ersten Staffel von Deutschland sucht den Superstar bekannt und belegte den dritten Platz. Er war stets eine polarisierende Figur – kreativ, sensibel und oft missverstanden.
Sein Weg von der Öffentlichkeit zur Selbstfindung als Lana Kaiser war von Unsicherheit und Einsamkeit geprägt. Die Sprachnachricht zeigt, wie schwer ihm dieser Prozess fiel – und wie sehr er sich in dieser Zeit Unterstützung wünschte.
Fazit: Erinnerung an einen sensiblen Künstler
Die ARD-Dokumentation gibt Daniel Küblböck alias Lana Kaiser nun eine Stimme zurück. Sie erinnert nicht nur an sein Talent, sondern auch an die psychischen Belastungen, mit denen viele transidente Menschen kämpfen.
Sein Schicksal mahnt uns, achtsamer und mitfühlender miteinander umzugehen – besonders in Zeiten der Identitätsfindung und inneren Krisen.
