Ein chaotisches Drama voller Extremen
„Unsagbare Sünden“ (Originaltitel: „Pecados Inconfesables“) ist eine neue Netflix-Serie, die aktuell auf Platz 2 der deutschen Netflix-Charts steht. Doch lohnt es sich wirklich, die insgesamt 18 Episoden dieser Telenovela anzuschauen? Unsere Autorin hat die Serie genau unter die Lupe genommen und ist zu einem gemischten Urteil gekommen.
Inhalt: Von Gewalt, Liebe und Intrigen
Die Handlung dreht sich um Helena, gespielt von Zuria Vega, die Ehefrau von Claudio, einem brutalen Geschäftsmann. Gleich zu Beginn der Serie eskaliert die Situation zwischen den beiden: Claudio bedroht Helena und ihren Sohn mit Mord, nachdem sie ihre Ehe verlassen will. Diese dramatische und gewalttätige Eröffnung zieht sich durch die gesamte Serie.
Ein Zeitsprung zeigt Helena später bei einer Poolparty, wo sie eine leidenschaftliche Affäre mit Iván beginnt, einem jungen Escort. Die beiden verbinden Lust und Drama, doch als Helena erfährt, dass Iván kein gewöhnlicher Freund ist, sondern bezahlt wird, beendet sie die Beziehung. Iván wiederum entdeckt Claudios dunkle Geheimnisse und schließt sich mit Helena zusammen, um ihn zu erpressen. Doch der Plan endet blutig – Claudios Bodyguard wird angeschossen, und das Familienchaos nimmt seinen Lauf.
Besetzung: Bekannte und neue Gesichter aus Lateinamerika
Die Hauptrollen übernehmen überwiegend Schauspieler:innen aus Lateinamerika. Zuria Vega überzeugt als Helena, während Erik Hayser den rücksichtslosen Claudio spielt. Andres Baida ist Iván, der junge Escort, der eine zentrale Rolle im Drama einnimmt. Viele Nebenrollen sind mit eher unbekannten Gesichtern besetzt, die sich in Netflix-Produktionen oder Telenovelas bereits einen Namen gemacht haben.
Warum „Unsagbare Sünden“ als „gottlos“ gilt
Der Begriff „gottlos“ wird hier verwendet, um die extreme Überdramatisierung und das chaotische Storytelling zu beschreiben. Die Serie strotzt vor wilden Wendungen, Gewalt, Sex und Intrigen, die häufig wenig Sinn ergeben. Charaktere handeln oft irrational, nur um mehr Drama zu erzeugen. Wichtige Hintergrundinformationen fehlen oder werden nur unzureichend erklärt, sodass Zuschauer häufig ratlos sind.
Die Handlung ist so überfrachtet, dass man leicht den Überblick verliert: Es gibt Nebenplots mit Drogensucht, Familienkonflikten, politischen Machtspielen und sogar eine Detektivgeschichte rund um eine schwangere Polizistin. Trotz der vielen spannenden Ansätze wirkt das Ganze wie ein Sammelsurium ohne roten Faden.
Schauspielerische Leistung: Gut, aber overacted
Für eine Telenovela sind die Darsteller:innen solide, insbesondere Zuria Vega als Helena kann überzeugen. Allerdings ist das typische Overacting in vielen Szenen unverkennbar und gehört zum Genre dazu. Wer das nicht mag, wird womöglich abgeschreckt.
Fazit: Für wen lohnt sich „Unsagbare Sünden“?
Wer Lust auf eine überdrehte, dramatische Telenovela hat und sich nicht an Logiklücken stört, kann bei „Unsagbare Sünden“ durchaus unterhaltsame Stunden verbringen. Die Serie eignet sich zum „gottlosen Bingen“, also gedankenlosem Anschauen mit vielen Cliffhangern.
Für Zuschauer, die tiefgründige Geschichten und realistische Charakterentwicklungen bevorzugen, ist die Serie eher eine Zeitverschwendung. Viele Handlungen wirken beliebig und konfus, und wichtige Fragen bleiben unbeantwortet.
Kurz gesagt: „Unsagbare Sünden“ ist ein verrücktes, chaotisches Drama mit viel Erotik, Gewalt und Wendungen – ideal für Fans von Telenovelas, die sich auf ein sinnloses, aber spannendes Fernseherlebnis einlassen wollen.
