Eine ungewöhnliche Adaption des Sci-Fi-Klassikers
Mit Krieg der Welten (2025) liefert Amazon eine eigenwillige, moderne Interpretation von H.G. Wells’ berühmtem Roman. Die Umsetzung überrascht nicht nur durch das Setting, sondern auch durch ihre visuelle Herangehensweise: Der gesamte Film spielt sich ausschließlich auf Bildschirmen ab – von Smartphones über Laptops bis hin zu Überwachungskameras.
Bildschirm statt Blockbuster
Schon der Film Searching bewies, wie effektiv sich Geschichten ausschließlich über Bildschirme erzählen lassen. Krieg der Welten (2025) geht einen Schritt weiter und nutzt diese Methode für ein globales Invasionsszenario. Die Zuschauer erleben die Alien-Angriffe durch digitale Perspektiven – was dem Film trotz geringen Budgets ein innovatives Aussehen verleiht.
Die Handlung: Invasion in Echtzeit
Im Zentrum steht Will Redford (gespielt von Ice Cube), ein Mitarbeiter des US-Heimatschutzministeriums. Er überwacht Menschen – darunter seine eigene Tochter Faith und seinen Sohn Dave. Während er einen mysteriösen Whistleblower namens „Disruptor“ verfolgt, schlagen plötzlich weltweit Meteoriten ein. Daraus steigen die berüchtigten Tripods – gigantische Kampfmaschinen der Marsianer, die einen zerstörerischen Krieg gegen die Menschheit beginnen.
Trotz der enormen globalen Ausmaße wird der gesamte Verlauf der Invasion – von den ersten Einschlägen bis zum finalen Wendepunkt – in nur 90 Minuten erzählt. Das rasante Tempo mindert zwar die Glaubwürdigkeit, sorgt aber gleichzeitig für eine dichte Spannung.
Amazon rettet die Welt
Eine besonders skurrile Wendung: Die technologische Infrastruktur von Amazon spielt eine zentrale Rolle bei der Rettung der Menschheit. Damit wird der Streamingdienst, auf dem der Film auch exklusiv läuft, fast zur „letzten Bastion“ gegen die außerirdische Bedrohung – ein ironischer und selbstbewusster Kommentar auf die Macht moderner Tech-Giganten.
Low-Budget trifft Kreativität
Produziert wurde der Film von Timur Bekmambetov, der bereits Erfahrung mit Screenlife-Filmen hat. Das geschätzte Budget liegt unter 15 Millionen US-Dollar – ein Bruchteil klassischer Sci-Fi-Produktionen. Durch den Einsatz statischer Kameras und das Vermeiden aufwendiger CGI gelingt es dennoch, ein glaubwürdiges Katastrophenszenario zu erzeugen.
Ice Cube, sonst selten in solchen Rollen zu sehen, überzeugt als engagierter Vater und Ermittler – auch wenn die Charaktertiefe aufgrund der kurzen Laufzeit und des hohen Tempos oft zu kurz kommt.
Fazit: Skurril, rasant, anders
Krieg der Welten (2025) ist kein gewöhnlicher Alien-Film. Wer klassische Hollywood-Blockbuster erwartet, wird möglicherweise irritiert sein. Doch wer sich auf das ungewöhnliche Format und die satirischen Untertöne einlässt, erlebt ein kreatives Update des Klassikers – inklusive einer sehr modernen Heldengeschichte, in der ein Konzern wie Amazon buchstäblich die Welt rettet.
