Veronica Ferres: “Unangenehme Situationen” in der Filmbranche

Die erfolgreiche Schauspielerin und Produzentin Veronica Ferres spricht offen über Machtgefälle in der Filmbranche und ihre eigenen Erfahrungen mit grenzüberschreitendem Verhalten. Trotz der #MeToo-Bewegung sieht sie noch immer Missstände, die Frauen benachteiligen.


“MeToo ist noch nicht vorbei”

Veronica Ferres ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands und hat sich in den letzten Jahren auch als Produzentin etabliert. Doch trotz ihrer Erfolge erlebt sie nach eigenen Aussagen immer wieder unangenehme Situationen mit Männern in der Filmbranche. Im Interview mit der “Bunten” erklärte die 59-Jährige, dass das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen weiterhin existiere. “MeToo ist noch nicht vorbei”, betonte sie. Sie selbst sei auch heute noch mit grenzüberschreitendem Verhalten konfrontiert.


Deutliche Worte bei der Berlinale

Ferres berichtete von einem Vorfall bei der diesjährigen Berlinale, bei dem sie von einem US-Kollegen lautstark angegangen wurde. “Ich habe ihm sehr deutlich gesagt, dass ich es leid bin, von Männern angeschrien zu werden”, so Ferres. Heute setze sie klare Grenzen, was ihr als junge Frau schwergefallen wäre. “Früher hatte ich Angst, zurückgewiesen zu werden”, erklärte sie weiter. Heute sei sie selbstbewusster und lasse sich nicht mehr einschüchtern.


Herausforderungen als Frau in der Filmbranche

Als Chefin ihrer eigenen Produktionsfirma hat sich ihr berufliches Standing verändert. Dennoch hatte sie in ihrer Karriere mit Klischees zu kämpfen. “Mit Anfang 50 wussten die Entscheidungsträger nicht genau, wo sie mich einordnen sollten. Ich war als Geliebte zu alt und als ältere Frau noch zu jung”, erklärte sie. Diese Unsicherheit habe dazu geführt, dass es für sie eine schwierige Zeit war. Doch mittlerweile habe sie das Gefühl, dass man sie von einer ganz neuen Seite entdecke.


“Emotionale Brutalität war Alltag”

Die Schauspielerin erinnerte sich auch an frühere Zeiten, in denen grenzüberschreitendes Verhalten normal war. “Da gab es unendlich viele Situationen, in denen Männer ihre Macht missbraucht haben. Ständige Übergriffigkeit war an der Tagesordnung”, so Ferres. Besonders belastend sei gewesen, dass Frauen nicht ernst genommen wurden, wenn sie sich beschwerten. “Man galt als lästig und störend”, erinnerte sie sich. Heute sei sie in der Lage, sich und ihr Team besser zu schützen und sei besonders aufmerksam, wenn es um solche Themen gehe.


Skandal um August Everding

Schon 2018 hatte Ferres in einem Interview von einer besonders prägenden Erfahrung berichtet. Mit gerade einmal 18 Jahren stand sie für ihre erste Rolle an der Bayerischen Staatsoper auf der Bühne. Während der Generalprobe habe der damalige Generalintendant August Everding plötzlich ihren Ausschnitt berührt und laut verkündet: “Das gefällt mir besser, wenn du das oben ohne spielst.” Die damals junge Schauspielerin war so schockiert, dass sie ihm instinktiv eine Ohrfeige verpasste. “Das war ein Riesenskandal”, erinnerte sie sich. Heute würde sie in solchen Situationen noch entschlossener handeln.


Veronica Ferres setzt klare Grenzen

Trotz vieler Herausforderungen hat Veronica Ferres ihren Platz in der Branche gefunden. Sie macht deutlich, dass sie sich nicht mehr einschüchtern lässt und Frauen ermutigt, sich gegen Übergriffe zur Wehr zu setzen. Ihr Weg zeigt, dass sich die Filmbranche langsam verändert, aber es noch ein weiter Weg ist, bis echte Gleichberechtigung erreicht ist.

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