US-Präsident Donald Trump sorgt erneut für internationale Spannungen. In seiner ersten Rede nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus bezeichnete er Lesotho als ein Land, “von dem niemand je gehört hat”. Die Regierung des südafrikanischen Staates zeigt sich schockiert.
Trumps umstrittene Bemerkung
Während seiner Rede vor dem US-Kongress listete Trump verschiedene Ausgaben auf, die er für “Geldverschwendung” hält. Dabei erwähnte er unter anderem die finanzielle Unterstützung für LGBTQI+-Projekte in Lesotho. “Acht Millionen Dollar für die Förderung von LGBTQI+ in Lesotho, einem Land, von dem niemand je gehört hat”, sagte er. Die Aussage sorgte für Gelächter unter einigen US-Abgeordneten.
Die Reaktion aus Lesotho folgte prompt. “Es ist schockierend, wenn ein Staatsoberhaupt so über ein souveränes Land spricht”, erklärte der außenpolitische Minister Lesothos, Lejone Mpotjoane.
Enge Beziehungen zwischen Lesotho und den USA
Die Regierung Lesothos wies darauf hin, dass das Land enge diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu den USA pflegt. “Wir haben eine US-Botschaft in Maseru und unsere eigene Vertretung in Washington”, betonte Außenamtssprecher Kutloano Pheko.
Lesotho ist zudem ein wichtiger Handelspartner der USA und profitiert von der African Growth and Opportunity Act (Agoa), die afrikanischen Ländern bevorzugten Zugang zum US-Markt gewährt. Allein 2024 belief sich der Handelswert zwischen beiden Nationen auf 240 Millionen Dollar, vor allem durch Textil- und Bekleidungsexporte aus Lesotho.
Hilfskürzungen sorgen für Unsicherheit
Trump hatte bereits angekündigt, internationale Hilfszahlungen zu reduzieren. Besonders betroffen ist das US-Programm Pepfar, das seit 2003 zur Bekämpfung von HIV und Tuberkulose in afrikanischen Ländern beiträgt. Viele NGOs, die auf diese Gelder angewiesen sind, stehen nun vor großen Problemen.
Die Regierung Lesothos wollte die Kürzungen nicht direkt kritisieren. “Es liegt in der Entscheidungshoheit der USA, wo sie ihr Geld investieren”, so Minister Mpotjoane. Dennoch sei der plötzliche Stopp der Finanzmittel für viele Organisationen ein harter Schlag.
Offizielle Reaktion: “Unangebrachte Bemerkung”
Lesotho sieht Trumps Kommentar als “politische Aussage” und weist darauf hin, dass die USA eine ständige diplomatische Mission in Maseru unterhalten.
“Lesotho ist Mitglied der UN und anderer internationaler Organisationen. Dass Trump unser Land als unbekannt darstellt, ist respektlos”, so Pheko. Dennoch wolle man die guten Beziehungen zu den USA nicht durch einzelne Aussagen belasten.
